„Zwischen Lederhose und Laptop“

Sportlich ist der FC Bayern München ganz weit vorne. Jetzt will der Deutsche Meister nicht nur seinen Titel verteidigen, sondern auch die digitale Welt erobern.

Allianz Arena, 19. August, 12.00 Uhr mittags. An der Logo-Wand im Pressecenter leuchten rot-weiß-blau die Farben des FC Bayern München und der SAP. Die anwesenden Sportjournalisten beschäftigen wenige Tage vor dem Bundesliga-Saisonstart drängende Fragen: Wie geht der Verein mit den jüngsten Ausfällen um? Sind neue Spielertransfers geplant? Heute stehen jedoch nicht die Bayern-Stars im Fokus, sondern SAP-Software, denn der FC Bayern München und SAP geben ihre neue Technologiepartnerschaft bekannt. Was den Rekordmeister und den größten europäischen Softwarehersteller zusammenbringt, ist die gemeinsame Vision, „den FC Bayern technologisch ganz nach vorne zu bringen“, erklärt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG.

Der Traditionsclub ist in großer Aufbruchsstimmung – „zwischen Lederhose und Laptop“, wie es Rummenigge augenzwinkernd formuliert. Als Platin-Partner soll SAP die Bayern nun dabei unterstützen, die digitale Welt für sich zu erschließen. Dabei setzen die Partner auf Bewährtes, wie SAP CRM, Ticketing-Software oder die hybris-Plattform für den elektronischen Handel. Doch in den nächsten drei Jahren wollen sie auch ganz neue Wege gehen.

Spielanalyse via SAP HANA

Ein wichtiger Schwerpunkt der Zusammenarbeit wird auf der Analyse von Spielerleistung und Gesundheitsparametern liegen. Konkret erhofft sich Rummenigge „das modernste Analyseverfahren, das die Fußballwelt je gesehen hat“. So wollen die Bayern künftig in der Lage sein, Trainer Pep Guardiola nach jedem Training ausführliche Daten über Leistung und taktisches Verhalten der Spieler zu liefern. Der Trainer hat dadurch die Möglichkeit, Abläufe anzupassen oder einzugreifen, wenn beim Spieler eine Verletzung oder Überbelastung erkannt wird. „Daher finde ich es sehr wertvoll, was für Spieler und Trainer von SAP eingebracht wird“, so Rummenigge. Und schmunzelt: „Ausruhen kann sich dann aber künftig kein Spieler mehr.“

Auch Gerhard Oswald, Vorstandsmitglied der SAP und Leiter des Vorstandsbereichs Scale, Quality & Support, will konkreten Mehrwert für die verschiedenen Zielgruppen des Vereins – ob Fans, Trainer, Spieler oder Mitglieder – schaffen. Doch auch SAP habe klare Vorteile, denn das Unternehmen erhalte vom Verein wichtiges Feedback für die Verbesserung seiner Softwarelösungen. Insgesamt habe man mehrere Schwerpunkte für die Zusammenarbeit definiert: „SAP will dem FC Bayern helfen, seine Abläufe zu verbessern, unter anderem um die Internationalisierung voranzutreiben. Zweitens wollen wir die Spieler unterstützen – etwa bei gesundheitlichen Aspekten oder bei der Vorbereitung auf einen Gegner. Der dritte Schwerpunkt wird sein, den Fans neue Möglichkeiten und Serviceangebote zu bieten“, so Gerhard Oswald.

Apps für die Fans

Gerade für die Fans, erklärt Bayerns Marketing-Vorstand Andreas Jung, könne man Big Data nutzen, um Informationen attraktiv darzustellen und neue Informationsquellen aufzubauen, zum Beispiel Apps auf dem Handy. Auf die Frage, ob der Fußball den Fans durch moderne Technologie nicht zu „verplant“ werde, antwortet Jung: „Ganz im Gegenteil. Ich finde, die Fans haben ein Recht darauf, dass sich der Klub optimal auf Spiele vorbereitet. Aber am Ende wird das Spiel immer noch auf dem Platz entschieden.“

Andreas Jung und Luka Mucic, Finanzvorstand der SAP, sind sich einig: Bei dieser Partnerschaft kommen zwei globale Spitzenplayer in ihrem jeweiligen Metier zusammen. Durch die Nutzung von Technologie wolle der Verein „noch relevanter, noch stärker, noch flexibler werden und sich auch wirtschaftlich neue Räume erschließen“, so Luka Mucic. Angesichts von 300 Millionen Bayern-Fans weltweit sieht er umgekehrt die Möglichkeit, die Reichweite der SAP zu vergrößern.

Fußball weltweit immer beliebter

Für SAP stellt der Sport einen interessanten Markt dar. Laut dem Marktforschungsunternehmen A. T. Kearney biete allein der Fußballmarkt ein Potenzial von 19,5 Milliarden Euro, so Mucic. Nicht ohne Grund sei daher die Sport- und Unterhaltungsbranche vor zwei Jahren in den strategischen Fokus der SAP gerückt. „Zum einen ist es ein Wachstumsmarkt mit viel Potenzial. Zum anderen bindet der Sport Millionen von Menschen emotional. Dadurch sehen wir eine Chance, unsere Technologie erlebbar zu machen.“ So auch zuletzt bei der WM, als der Einsatz von SAP-Software bei der deutschen Nationalmannschaft durch die Medien ging.

Am Ende galt die Aufmerksamkeit dann wieder aktuellen Fußballereignissen. Ein Wermutstropfen für die Bayern: Bastian Schweinsteiger werde verletzungsbedingt „für einige Wochen“ ausfallen, bestätigte Rummenigge. Dennoch sehe man dem Eröffnungsspiel gegen Wolfsburg am Freitag entspannt entgegen. Auf die abschließende Frage, ob Bayern denn für den Einsatz des viel gerühmten Freistoß-Sprays plädiere, antwortet Rummenigge – ganz im Sinne der Veranstaltung: „Ich bin immer für den Einsatz von Technik.“

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Big Data Analyse im Fußball mit SAP HANA (Video)

Aufzeichnung der Pressekonferenz in der Allianz Arena

 

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