Social Sabbatical jenseits von Afrika-Klischees

Eine vierwöchige Keniareise, bei der alle Kosten übernommen werden? Wer kann da schon nein sagen? Für SAP-Mitarbeiter Jim Tubman war die Reise nach Nairobi eine der besten Erfahrungen seines Lebens. Allerdings war es kein Erholungsurlaub. Die Vorstellung, im Rahmen des Social-Sabbatical-Programms der SAP einen Monat in Afrika zu verbringen, machte ihn sogar ziemlich nervös.

„Am Tag der Abreise hatte ich große Angst“, sagt der Senior Support Consultant aus Dublin. „Ich wusste, dass die Teilnahme an diesem Programm für mich eine große Herausforderung sein würde. Ich würde dafür meine Komfortzone verlassen müssen.“

Das Social-Sabbatical-Programm der SAP ist ein einmaliger, kurzzeitiger Auslandseinsatz für Top-Talente. Sie haben die Aufgabe, Unternehmern und kleinen Betrieben in Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Bewältigung unternehmerischer Herausforderungen zu helfen. Die Teilnehmer werden in einem Bewerbungsverfahren individuell ausgewählt. In unterschiedlich zusammengesetzten Teams beraten sie anschließend Unternehmen, die sie nicht kennen und von denen sie noch nie gehört haben. Die Teams bestehen aus jeweils vier Personen, die aus unterschiedlichen Teilen der Welt stammen. Sie unterstützen mit ihrem Einsatz in Städten wie Nairobi, Bangalore oder Shanghai das Engagement der SAP im Bereich Corporate Social Responsibility. Ihre Aufgabe ist es, ein spezifisches Geschäftsproblem vor Ort zu lösen. In vier Wochen. Mit Personen, die sie noch nie zuvor gesehen haben.

Jim Tubmans Team arbeitete für Juhudi Kilimo, ein kleines Unternehmen, das Schulungen und Kredite für Kleinbauern anbietet. Die Herausforderung bestand darin, die Kommunikation zwischen den Außendienstmitarbeitern und der Firmenzentrale zu verbessern. „Juhudi vergibt Mikrokredite für Vermögenswerte wie Nutztiere oder Treibhäuser“, erklärt Tubman. „Vor unserem Einsatz war das gesamte Beschaffungssystem papierbasiert.“

Kreditantrag in 3 Tagen statt 2 Wochen

Einer der ersten Erfolge des Teams war es, den Kreditantragsprozess von zwei Wochen auf drei Tage zu verkürzen. „Die Bauern können die Kredite nun über ihr Mobiltelefon zurückzahlen. In entlegenen Gebieten muss man oft einen ganzen Tag einplanen, um zur Bank zu gehen. Dabei geht ein Arbeitstag verloren, an dem die Bauern sich nicht um ihre Farm kümmern können“, sagt Tubman.

Er sah sich die Arbeit in der Geschäftsstelle in Nairobi und in den Bauerndörfern genau an. Ihm fiel auf, dass eine Büroangestellte gestresst wirkte. Auf ihrem Schreibtisch türmten sich die Unterlagen, denn sie war für die gesamte Beschaffung zuständig. Sie kümmerte sich um die Beschaffung für die Zentrale und für den gesamten Außendienst.

„Unser Ziel war es, eine Software für das Supplier Relationship Management einzuführen. Jedoch sind wir in vier Wochen leider nicht so weit gekommen wie geplant. Trotzdem haben wir es geschafft, die Papierflut deutlich zu reduzieren. Zudem haben wir den Anstoß für ein nachhaltiges und wachstumsorientiertes Geschäftsmodell gegeben, das zur Automatisierung des Beschaffungssystems beiträgt. Papierbasierten Schriftverkehr gibt es bei Juhudi nur noch zwischen der Geschäfts- und der Zweigstelle. Das ist für uns ein großer Erfolg, auf den ich sehr stolz bin.“

Führungsqualitäten entdeckt

Seit seiner Rückkehr fühlt sich Jim Tubman wie ein neuer Mensch. An seinem ersten Arbeitstag nach dem Social Sabbatical bat er seinen Vorgesetzten um eine Führungsposition. „Vorher hätte ich mich selbst als Teamplayer bezeichnet“, sagt er, „doch durch diese Erfahrung habe ich mich weiterentwickelt. Ich habe jetzt das Selbstbewusstsein, mich auch in unbekannten Situationen Problemen zu stellen und eine Lösung zu finden.“

Tubman hat sich für das Social Sabbatical beworben, weil er der Meinung ist, dass es „gerade mit steigendem Alter immer wichtiger wird, sich seinen Ängsten zu stellen.“ Das Social Sabbatical hat sein Leben verändert. „Ich habe vor Ort gesehen, was dieses Unternehmen bewirkt. Dort stört es niemanden, wenn man nervös ist oder wenig Selbstbewusstsein hat. Das habe ich als befreiend empfunden. Ich habe mich ausschließlich auf meine Arbeit konzentriert und die Sorgen verschwanden von ganz allein. Ich hatte ein echtes Ziel vor Augen, nämlich diesen Menschen dabei zu helfen, die Effizienz ihres Unternehmens zu steigern. Durch unser Engagement konnten wir bei Jahudi etwas zum Positiven verändern.“

SAP TV Video:

 

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.

 

Foto: Shutterstock

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