In-Memory ist nicht gleich In-Memory

Verschiedene Unternehmen, die kürzlich In-Memory-Datenbanken angekündigt haben, scheinen den Zweck von In-Memory-Technologie gründlich missverstanden zu haben. Steve Lucas, President Platform Solutions bei SAP, erläutert warum er dieser Meinung ist.

Bei In-Memory-Technologie, speziell SAP HANA, geht es um dreierlei:

  • Vereinigung von Transaktionsverarbeitung (OLTP) und Analysen (OLAP) in einem einheitlichen Datenmodell (Vermeidung unnötiger Datenkopien)
  • Drastische Verringerung der Zahl der Serverprodukte, die für die Entwicklung von Unternehmensanwendungen erforderlich sind (in den meisten Fällen auf eine reduziert, z. B. SAP HANA)
  • Abbau der Komplexität in IT-Architekturen von Unternehmen für die effizientere und vor allem schnellere Nutzung bestehender Anwendungen

Warum lohnt es sich, die Verarbeitung von Transaktions- und analytischen Daten in einer einzigen Datenablage zu vereinen? Da es effizienter ist und nicht den gleichen Aufwand an Administration und Support wie bei Legacy-Datenbankprodukten von Anbietern wie Oracle, IBM und Microsoft erfordert. Natürlich werden diese Unternehmen hervorheben, dass man dafür nur eine In-Memory-Zusatzlösung benötigt. Einfach, weil sie nur das anbieten können und es das Geschäft mit ihren Bestandskunden schützt. Anbieter wie diese haben kein Interesse daran, weniger Datenbanken zu verkaufen. Sie möchten mehr verkaufen. Am besten funktioniert das, indem sie von den konkreten Vorteilen von SAP HANA ablenken.

Vor fast 10 Jahren entwickelten wir ein In-Memory-Produkt als Zusatzlösung (BW Accelerator) und stellten fest, dass damit zwar schnellere Antwortzeiten aus herkömmlichen Datenbanken erreicht wurden, aber nicht das gesamte Problem behoben werden konnte. BW Accelerator war der Katalysator, mit dem die SAP ein neues Marktsegment für In-Memory-Technologie definieren konnte: SAP HANA. Ich glaube, dass viele Anbieter herkömmlicher Datenbanken eine ähnliche Entwicklung durchlaufen werden, auch wenn sie ein gutes Jahrzehnt brauchen werden, um sich dessen bewusst zu werden. Kann es sich irgendein Unternehmen leisten, so lange zu warten?

Warum lohnt es sich, die Anzahl der Produkte zu verringern, mit denen man Unternehmensanwendungen erstellt und einsetzt?

Die Antwort auf diese Frage liegt für unsere Kunden (wie ich immer wieder von ihnen höre) klar auf der Hand. Wenn eine IT-Organisation in drei, vier, fünf oder mehr Serverprodukte (z. B. Datenbank-, Analyse-, Applikationsserver) investieren und diese anschließend integrieren muss, um eine einzige Geschäftsanwendung zu erstellen, dann ist die Chance, echte Innovationen zur schaffen, stets mit dem zusätzlichen Aufwand für die Integration mehrerer Produkte (von mehreren Anbietern) verbunden. Genau dieses Problem löst SAP HANA – durch eine Reihe von Funktionen in einer durchgängigen Plattform, sodass leistungsstarke Unternehmensanwendungen SAP HANA und zwar nur SAP HANA als Engine nutzen können, um die bestmöglichen und effizientesten Ergebnisse zu erzielen. Mit einer In-Memory-Datenbank als Add-on von Anbietern wie Oracle, IBM und Microsoft ist das schlichtweg nicht möglich.

Warum lohnt es sich, die Komplexität der IT zu verringern?

Da der Support für die traditionellen IT-Architekturen, die von Anbietern der Legacy-Datenbanken fest vorgegeben sind, einfach zu schwierig und teuer ist. Deshalb ist die Cloud für viele Unternehmen so attraktiv. Das heißt aber nicht, dass die bestehende IT-Infrastruktur von Cloud-Kunden in einigen Jahren einfach verschwinden wird. Sie sollten vielmehr über eine Strategie zur Vereinfachung ihrer IT-Landschaft verfügen. Unternehmen, die seit mehr als 20 Jahren SAP-Kunden sind, bestätigen uns immer wieder, dass sich bei einem Wechsel von einer Legacy-Datenbank zur Plattform SAP HANA der Aufwand für Management, Administration und Modellierung der Datenbank sofort reduziert und sie von vornherein Zeit und Kosten sparen. Und das ist erst der Anfang.

Kunden wie T-Mobile, John Deere und viele andere, die seit Jahren SAP HANA für geschäftskritische Anwendungen mit Erfolg einsetzen, haben erkannt, welche die wahren Vorteile von SAP HANA sind: Vereinfachung der IT-Infrastruktur, Beschleunigung bestehender Anwendungen und Innovationen durch neue und bessere Lösungen für die heutigen Herausforderungen.

Ich möchte jeden dazu ermutigen, SAP HANA auszuprobieren und gemeinsam mit der SAP eine Strategie zu erarbeiten, die auf Vereinfachung, Innovation und Beschleunigung ausgerichtet ist.

Mein Kollege Irfan Khan vertritt die gleichen Ansichten. Lesen Sie seine Blogs: Getting to know SAP HANA Part 1, Part 2 und Days of Future Past, in denen er direkt auf die Ankündigung eines In-Memory-Produkts von Oracle eingeht.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf SAP Business Trends.

 

 

Foto: Shutterstock

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