Erster Schritt Richtung Augmented Reality

Konsumenten springen immer mehr auf Augmented Reality an, der Umsatz auf dem Markt soll sich bis 2017 mehr als verdoppeln. Auch das Familienunternehmen Carl Stahl plant den Einsatz.

Irgendwo auf der Landstraße: Der Wagen kommt ins Stottern, die eine oder andere Lampe leuchtet auf dem Display. Schließlich ist an Weiterfahren nicht mehr zu denken, die nächste Werkstatt Kilometer entfernt. Kein Problem: Schließlich hängt die smarte Datenbrille über dem Rückspiegel. Und mit ihr ein Fundus an Wissen, was mit dem Auto nicht stimmen könnte. Möglicherweise gibt es über sie eine Direktschaltung in den Service des Autoherstellers oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, was in einem solchen Fall zu tun ist. Natürlich sind vergleichbare Zwischenfälle über Mustererkennung via Big Data kurzerhand bekannt und die Lösung sogar schon parat. Dass ein solches Szenario noch eine Zukunftsvision ist, wissen auch die Forscher von DHL Trend Research, die dieses Beispiel in ihrer Studie gewählt haben. Und doch rechnen sie mit großen Wachstumsraten und einen Umsatz von etwa 3,8 Milliarden Euro im Jahr 2017.

Der Umsatz mit Augmented-Reality-Produkten wird sich bis zum Jahr 2017 mehr als verdoppeln. Grafik: DHL Trend Research

Der Umsatz mit Augmented-Reality-Produkten wird sich bis zum Jahr 2017 mehr als verdoppeln. Grafik: DHL Trend Research

 

Prüfprozesse um bis zu 20 Prozent beschleunigt

Stefan Aubele vom Technologieunternehmen Carl Stahl will rechtzeitig mit dabei sein. Blickt er auf seine Anwendungen, weiß er dennoch ganz genau: „Augmented Reality wäre zwei Schritte weiter“, sagt der IT-Leiter aus Süßen bei Ulm. Bislang hat Carl Stahl einen mobilen Zugriff auf Informationen über seine Anlagen ermöglicht und damit den Prüfprozess verbessert. Die Servicetechniker des Mittelständlers warten und prüfen die Anlagen beim Kunden und setzen dafür routinemäßig Tablets und die App SAP Work Manager ein. Damit hat 
der Kundendienst Checklisten und die Prüfhistorie bei seinen Einsätzen schon heute direkt vor Augen.

Foto: SAP

“Dadurch, dass der Serviceprozess nun mobil und integriert ist, laufen die Prüfprozesse 15 bis 20 Prozent schneller ab”, sagt der IT-Chef von Carl Stahl, Stefan Aubele . Foto: SAP

Geht es darum, Kräne oder Seilkonstruktionen zu reparieren, kann der Servicemitarbeiter das entsprechende Ersatzteil via iPad auswählen und bestellen. Schon allein dadurch, dass der Serviceprozess nun mobil und integriert vonstatten geht, spricht Aubele von 15 bis 20 Prozent schnelleren Prüfprozessen, durch Verbesserungen vor Ort wie auch im Backoffice. In Zukunft soll bei der Montage eine Datenbrille helfen, die einzelnen Schritte der Montage im Mini-Display anzeigt und so die Arbeit unterstützt. Noch ist dies eine Zukunftsvision, doch die Voraussetzungen dafür sind bereits geschaffen.

Augmented Reality bei Konsumenten im kommen

Mehr als doppelt so stark wie heute soll der Augmented-Reality-Markt 2017 bereits sein, acht Jahre nachdem die erste AR-Anwendungen auf dem Smartphone zu haben war. Auch der Zuspruch in der Bevölkerung nimmt derzeit nach einer Umfrage des ITK-Branchenverbandes Bitkom zu: Demnach kann sich jeder 8te (13 Prozent der Befragten) vorstellen, Datenbrillen zu nutzen. Fast jeder Zweite (48 Prozent) hat von den „Smart Glasses“ bis dato gehört, fast doppelt so viele, wie noch vor einem Jahr.

Hier ein Video von der CeBIT 2014 darüber, wie sich Carl Stahl Augmented Reality im Unternehmen vorstellt:

 

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