SAP HANA sorgt für Revolution im Arbeitsschutz

Ungeachtet der aktuellen Euphorie über das Internet der Dinge hat das Softwareunternehmen SK Solutions seit der Einführung seines bahnbrechenden Antikollisionssystems Navigator Anfang der 1990er-Jahre in aller Stille für eine Revolution im Bereich Arbeitsschutz gesorgt.

Auf der SAPPHIRE NOW, die im Juni in Orlando stattfand, begeisterte Geschäftsführer und Entwickler Severin Kezeu das Publikum nun mit einer Echtzeitdemo der neuesten Lösung seines Unternehmens. Die Plattformlösung SK Asteroid auf Basis von SAP HANA ermöglicht es, mithilfe von Sensoren in Maschinen und Geräten große Datenmengen zu erfassen und zu analysieren. Auf diese Weise können die Sicherheit und Effizienz selbst hochgradig komplexer technischer Landschaften in der Industrie deutlich verbessert werden.

Kezeu entwickelte nach seiner Promotion in technischer Informatik 1991 die Technologie für das Antikollisionssystem Navigator. Bereits zu einer Zeit, als das moderne Internet mit seinen vielfältigen Vernetzungsmöglichkeiten noch gar nicht existierte, verfolgte er damit das Ziel, durch eine Lösung für besseren Arbeitsschutz Leben zu retten. „Es kann einfach nicht sein, dass jeden Tag Menschen bei Arbeitsunfällen sterben. Ich wollte eine Lösung entwickeln, mit der sich solche Unfälle vermeiden lassen. Hierzu benötigten wir eine globale Netzwerkinfrastruktur in der Cloud und eine In-Memory-Datenbank für die Verarbeitung riesiger Datenmengen. Ich freue mich heute sehr, dass wir dank unserer Innovationspartner SAP und Cisco durch Vernetzung und Softwarelösungen dazu beitragen können, die Sicherheit auf Baustellen zu verbessern und so Leben zu retten.“

Von Echtzeitanalysen zu Vorhersageanalysen

SK Solutions hat seinen Hauptsitz in Dubai, und die Lösungen des Unternehmens werden in elf Ländern weltweit auf Baustellen, an Flughäfen, in Häfen, Werften, Öl- und Gasförderanlagen, Bergwerken, Atomkraftwerken, Flugzeughallen und an Transportknotenpunkten eingesetzt. Über ein Netzwerk von Sensoren in den Maschinen einer Kundenbaustelle werden kontextbezogene Informationen zur Echtzeitüberwachung sämtlicher Aktivitäten erfasst. Hierzu gehören unter anderem Position, Bewegung, Gewicht und Trägheit der Maschinen sowie Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Temperatur. Durch die Echtzeitauswertung dieser Informationen lassen sich potenzielle Kollisionen erkennen, bevor sie tatsächlich auftreten. Ein Autopilot nimmt umgehend Korrekturen vor, wenn dem Bediener einer Maschine Fehler unterlaufen. Die Informationen lassen sich über Dashboards und mobile Endgeräte abrufen und in dreidimensionalen, benutzerdefinierbaren Echtzeitansichten visualisieren. Die Technologie zeichnet sich außerdem durch höchste Präzision aus.

„Angenommen, Sie wären mein Kunde, dann könnte das Predictive-Analytics-System Ihnen anhand der mit den Maschinensensoren erfassten Informationen, des Wetterberichts, der Lieferkettendaten aus der Logistik, des Verhaltens des Kranführers und der vorausschauenden Wartung der Maschinen berechnen, dass es auf Ihrer Baustelle nächsten Donnerstag gegen 16 Uhr zu einer Kollision kommen wird“, erläutert Kezeu.

Risikomanagement

Während SK Solutions ursprünglich auf Lösungen zur Vermeidung von Kollisionen spezialisiert war, hat das Unternehmen sein Angebot nun um eine Plattform für das Risikomanagement erweitert. Auch aus diesem Grund hat sich SK Solutions für die Technologie von SAP entschieden. Die Lösungen von SK Solutions helfen den Kunden, die Sicherheit und den Arbeitsschutz auf ihren Baustellen zu gewährleisten. „Unsere Kunden benötigten Kennzahlen zur Anlagenauslastung, zu den Nutzungsraten und zur Anzahl der vermiedenen Kollisionen. Mit SAP HANA können sie diese Informationen in Echtzeit abrufen, statt wochenlang auf die entsprechenden Berichte warten zu müssen. Mit einer klassischen Datenbank ist das nicht möglich“, führt Kezeu aus.

Kunden, die die Lösungen von SK Solutions nutzen, treffen damit täglich im gesamten Unternehmen Entscheidungen. Zu den typischen Benutzern gehören neben Arbeitsschutzbeauftragten auch Logistikverantwortliche, Personalsachbearbeiter und Mitarbeiter im Bereich Anlagenbetrieb und -instandhaltung. Da die Nachfrage nach den Produkten von SK Solutions insbesondere in der Baubranche, im Bergbau, in der Hafenwirtschaft und im Flughafensektor steigt, wird das Unternehmen noch in diesem Jahr eine zweite Zentrale im kalifornischen Palo Alto eröffnen.

Zweifellos wird der derzeitige Medienrummel dem Internet of Things den wohlverdienten Auftrieb verleihen. Doch wenn mehr Unternehmen wie SK Solutions die Möglichkeiten einer vernetzten Wirtschaft aufzeigen, werden auch neue Lösungen entstehen, die in diesem Zeitalter der Innovation echten Nutzen mit sich bringen.

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