HR: Warum Babyboomer nicht an der Zombie-Apokalypse Schuld sind

Wenn Unternehmen überleben wollen, müssen sie sich neuen Ideen und Technologien öffnen, Dinge in Frage stellen und neue Wege gehen. Dafür brauchen sie motivierte Mitarbeiter – nicht nur bei den Millennials.

Laut Jacob Morgan, Autor des Buchs „The Collaborative Organization“, ist der Arbeitsplatz von heute einem grundlegenden Wandel unterworfen: durch Millennials (die 2020 bereits 50 % aller Erwerbstätigen ausmachen werden), neue Verhaltensweisen (wie die Kommunikation über soziale Netzwerke), neue Technologien (z. B. Werkzeuge für die Zusammenarbeit, Big Data oder das Internet der Dinge), Mobilität und die Globalisierung. Die HR-Abteilungen müssen herkömmliche Denkweisen über unsere Arbeitsweise, die Art der Mitarbeiterführung und die Art der Organisation in Frage stellen.

Zunehmende Zahl demotivierter Mitarbeiter

Nach Morgans Ansicht verändert sich die Arbeitswelt viel schneller als unsere Unternehmen darauf reagieren können. Die Folge ist eine wachsende Zahl demotivierter Mitarbeiter. Wenn wir glauben, in einem Unternehmen zu arbeiten, das nicht mehr zeitgemäß ist, sinkt auch unsere Motivation und unser Engagement. Laut Morgan fühlen sich heute nur 13 Prozent aller Mitarbeiter weltweit mit ihrem Unternehmen verbunden: „Viele Mitarbeiter haben schon innerlich gekündigt und ihr Arbeitstag ist durch Passivität und Desinteresse gekennzeichnet”, so der HR-Experte.

Auch die Vertreter des Future of Work Forums bei der SAPPHIRE NOW sehen das mangelnde Engagement vieler Mitarbeiter kritisch:

Jack Welch hält das für ein echtes Problem: „Wenn ein Unternehmen intern nicht mit dem Wandel außerhalb Schritt halten kann, ist das Ende in Sicht.“

In den letzten 100 bis 150 Jahren haben wir Unternehmen nach dem industriellen Arbeitsmodell ausgerichtet, das einem autoritären und hierarchischen Führungsstil folgt. Es muss durch ein neues Modell ersetzt werden, bei dem Zusammenarbeit, flache Hierarchien, flexible Arbeitszeitmodelle, eine verteilte Belegschaft und mitarbeiterorientierte Innovationen im Mittelpunkt stehen.

Wir können nicht den Babyboomern – der Generation der über 50-Jährigen – die Schuld für unsere Probleme geben, da sie selbst bereits nach diesem Modell arbeiten mussten. Mitch Joel weist darauf hin, dass die Anpassung an Trends wie Social Media eine Frage der Einstellung und nicht der Generation sei. Wir könnten daher nicht einfach warten, bis die Millennials, die Generation der jungen Erwachsenen von heute, diese Probleme lösen. Heute stehen fünf Generationen gleichzeitig im Erwerbsleben. Wir sind hier alle betroffen und müssen an einem Strang ziehen, um den Arbeitsplatz der Zukunft zu gestalten.

Zusammenarbeit ist das A und O

Sein kanadischer Kollege Dan Pontefract vom Telekommunikationsunternehmen Telus und Autor des Buchs „Flat Army“ bestätigte, dass die fehlende Leidenschaft der Menschen für ihre Arbeit wirklich zu einem Problem geworden ist und nur mit der geeigneten Kultur behoben werden kann. Er beschreibt, welche konkreten Auswirkungen eine Modernisierung der Unternehmenskultur bei Telus hatte. Durch den Fokus auf Zusammenarbeit war das Unternehmen in der Lage, die Mitarbeitermotivation zu steigern (von 53 % auf 83 %), die Zahl der Kundenreklamationen zu reduzieren (in einer Branche mit einem starken Anstieg der Reklamationen), die Fortbildung der Mitarbeiter zu verbessern und den Aktienkurs zu beflügeln.

Pontefract nahm das Verhalten der Kanadagänse als Vergleich, die sich an der Spitze regelmäßig abwechseln, sodass alle Mitglieder des Schwarms die Last teilen und einen Beitrag leisten. Denn viele Unternehmen und HR-Manager geben ihren Mitarbeitern gar nicht die Möglichkeit, Engagement zu zeigen und den Arbeitsplatz mitzugestalten.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf SAP Business Trends veröffentlicht.

Aufzeichnungen des Future of Work Forum stehen unter http://sapphirenow.com zur Verfügung. Sehen Sie sich den Vortrag „Gear Up for the Future of Work by Challenging Convention“ von @jacobm und „Promote Employee Engagement with a Collaborative Leadership Model“ von @dpontefract an.

Bild: Shutterstock

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  1. Karsten

    Großartiger Titel!
    Bitte mehr solche Aufmerksamkeitserreger in den Überschriften. Durchaus auch interessanter Artikel.