Cloud: 7 mal aufpassen

Die Cloud ist das Modell der Zukunft, doch es kommt in diversen Gewändern daher. Hier droht Komplexität, die nicht nötig ist. Die Tipps von SAP-Cloud-Manager Sven Denecken.

Gespräche am Rande der SAPPHIRE NOW in Orlando haben es bestätigt: Cloud-Technologien sind nicht mehr ein Hype, sondern in der Unternehmensrealität angekommen. „Cloud 1.0“, der Verteufelungsansatz von jeglichen On-Premise-Systemen, hat ausgedient. Unternehmen schauen sehr genau, wo ihnen die Cloud mehr Flexibilität und Auswahlmöglichkeiten gibt. Überall, wo neue Prozesse und die Chancen neuer Märkte ergriffen werden sollen, ist zu überprüfen, ob im Vergleich zur On-Premise-Landschaft eine Lösung nicht über die Cloud einfacher zu machen und skalierbarer ist. Damit jedoch der Anwender die generellen Versprechungen der Cloud – schnelle Geschäftserfolge, einfach und schnell zu nutzen – auch für sich nutzen kann, rät Sven Denecken, Vordenker für Cloud-Technologien bei SAP, sich vor der Entscheidung im Unternehmen folgende Fragen zu stellen – und damit etwaiger ungewollter Komplexität vorzubeugen.

7 Tipps als Prävention gegen Komplexität:

1. Software as a Service – Den Nutzer mitnehmen

Keine Software-Innovation gelangt schneller zum Nutzer als eine Cloud-Anwendung. Selbst wenn ein Unternehmen seinen Investitionsplan durchpeitscht, wird die Cloud-Lösung schon da sein. Das Erlebnis des Nutzers, die User Experience, wird mit darüber entscheiden, ob die Software aus der Cloud angenommen wird. Doch das ist nicht alles: Denn jede Anwendung muss einerseits den Design-Prinzipien folgen, die berücksichtigen, wie Menschen arbeiten, andererseits aber auch konsistent sein – also zu den anderen Anwendungen im Unternehmen passen. Was also hilft eine tolle App, die leicht zu bedienen ist, aber die Business-Prozesse schlecht versteht?

2. Platform as a Service – Erst eine gute Plattform-Strategie macht die gute Anwendung

Eine innovative Plattform wird dafür sorgen, bestehende Lösungen nutzen zu können, neue Ad-Ons einzubinden und neue Anwendungen zu entwickeln – ohne immer wieder bei Null anzufangen. Die Gefahr besteht, die Plattform als einfachen Werkzeugkasten zu missbrauchen, nicht jedoch ausreichend auf die Mandantenfähigkeit des gesamten Systems zu achten. Ein Verkäufer etwa sollte beispielsweise Zugriff auf den Umsatz und Finanzkennzahlen, auf Einkaufsdaten, den Produktionsstatus  haben, ohne zwischen Programmen hin- und herspringen zu müssen.

3. Integration – Zuständigkeit klären

Anwendungen und deren Anwendungsfreundlichkeit werden darunter leiden, wenn nicht klar ist, wer verantwortlich ist. Das ist besonders dann ein Problem, wenn Produkte mehrerer Softwarehäuser im Einsatz sind. Auch wenn das so ist: Auch wenn verschiedene Cloud-Produkte im Einsatz sind, muss es möglich sein, über alle Produkte hinweg Diagnosen, Reportings und Messdaten erstellen und mit Fehlermeldungen umgehen zu können. Voraussetzung dafür ist eine „konsistente Integration“.

4. Infrastructure as a Service – Bestehende Anwendungen ins Cloud-Zeitalter mitnehmen

Nur auf Basis einer durchdachten Infrastruktur machen Cloud-Lösungen Sinn. Denn sie muss die unterschiedlichen Ansätze der Cloud-Softwareanbieter „verstehen“. Der Erfahrung nach gehen Unternehmen nicht per Big Bang in die Cloud, sondern Schritt für Schritt. Die besondere Herausforderung besteht darin, die Infrastruktur Cloud-fähig zu machen und Innovation zuzulassen, und gleichzeitig die bestehenden Anwendungen ins Cloud-Zeitalter mitzunehmen.

5. Sicherheit – NSA lässt grüßen

Datensicherheit und Privatsphäre sind nicht zuletzt wegen der öffentlichen Diskussion derzeit die Themen schlechthin. Die Diskussionen um NSA bringen große Bedenken auf. Dabei entsprechen die Rechenzentren der SAP den höchsten Sicherheitsstandards. Dennoch sind einige Dinge zusätzlich zu beachten: Es muss klar sein, wo sich die Daten befinden, wie sich die Daten transferieren lassen und was passiert, wenn Cloud-Partner wechseln.

6. Public Cloud – Mandantenfähigkeit im Hybrid-Modell

Der Dienstleister betreibt die Infrastruktur und ermöglicht seinen Kunden, über Internet auf die Anwendungen zuzugreifen. Im Mittelpunkt steht Kosteneffizienz. Mandantenfähig sind die Systeme in der Regel. Doch setzen die meisten Softwareanbieter auf höchstmögliche Skalierbarkeit, was Kunden allerdings begrenzte Möglichkeiten gibt, ihre Geschäftsprozesse anzupassen. Die kundenorientiertere Variante erlaubt immerhin ein breites Spektrum an Konfigurationsmöglichkeiten. Allerdings ist der Programmiercode hier wie da weitestgehend tabu für den Kunden. Würde diese Option geschaffen, könnte dies für neue Komplexität sorgen, da Lieferzyklen, Performance und Antwortzeiten beeinflusst sein können. Gangbar ist auch ein Mix aus den Systemen, der hybride Ansatz, mit dem einerseits eine hohe Skalierbarkeit, eine sichere mandantenfähige Lösung als auch Konfigurierbarkeit gewährleistet wird. Die hohe Schule der Public Cloud ist eine Erweiterungsfähigkeit über die Plattform, die den Programmiercode des Herstellers intakt lässt und somit schnelle Innovationszyklen weiter gewährleistet.

7. Private Cloud – hybrid am effizientesten

In der Private Cloud nutzen Unternehmen die Vorzüge der Cloud ausschließlich in ihrer Organisation. Die Cloud wird entweder intern oder durch einen externen Dienstleister betrieben. Wichtig ist, genau zu wissen, welche Innovation zu erwarten ist und was die Private Cloud letztlich dem Business bringt. Meistens läuft es in der Praxis auf Hybrid Cloud hinaus. Und zwar ein Mix aus Public, Private – und wie die Erfahrung zeigt auch die Integration zu On Premise.

Die SAPPHIRE NOW hat einmal mehr klar gemacht, dass Innovation als „game-changer“ nötiger denn je ist. Und die Cloud-Technologie ist ganz nah am Herzen dieser Entwicklung.

Video: SAP Cloud Update mit Sven Denecken

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