Die Entwicklung des perfekten WM-Balls

Zum 12. Mal hat Adidas den offiziellen Spielball der Fußball-Weltmeisterschaft entwickelt, der in diesem Jahr Brazuca heißt. Aber was war dabei zu beachten?

Der Name Brazuca wurde durch eine Abstimmung unter fast einer Million Fußballfans in Brasilien ausgewählt und beschreibt umgangssprachlich das brasilianische Lebensgefühl.

Bevor der Brazuca am 12. Juni beim Eröffnungsspiel Brasilien gegen Kroatien zum ersten Mal zum Einsatz kam, hatte er bis zur Arena de São Paulo in Brasilien schon eine lange Reise hinter sich. Der Ball wurde nämlich in Pakistan hergestellt, einem Land, das eher durch seine Cricket-Mannschaft bekannt ist und in der FIFA-Weltrangliste lediglich Platz 164 belegt.

Da die ursprünglich beauftragte chinesische Fabrik die erwartete Nachfrage nicht decken konnte, musste Adidas nach einer neuen Bezugsquelle suchen.  Eine Firma in Pakistan, die Fußbälle für die Bundesliga, die französische Liga und die Champions League fertigt, erhielt schließlich den Zuschlag. Dies verdeutlicht, wie wichtig auch im internationalen Logistikmanagement eine gute Spieltaktik und entsprechende Risikostrategien sind.

Die Fertigung des perfekten Balls

Der offizielle Spielball im Turnier musste zahlreiche Tests durchlaufen. Sein Vorgänger Jabulani wurde vielfach kritisiert, da er den Torhütern bei der WM 2010 in Südafrika durch seine abenteuerlichen Flugkurven Probleme bereitete. Von Spitzenspielern wurde er sogar als „Wasserball“ beschrieben, mit dem sie sich wie „betrunkene Seeleute“ vorkommen.

Der Brazuca dagegen hat eine Entwicklungs- und Testphase von über zwei Jahren hinter sich. An den Tests waren Mannschaften wie Bayern München und AC Mailand und Fußballprofis wie Lionel Messi und Bastian Schweinsteiger beteiligt. Er ist damit wohl der meist getestete Ball aller Zeiten. Die wichtigsten Eigenschaften des Brazuca sind:

  • eine Hülle aus sechs zusammengeklebten Polyurethan-Teilen, die gewährleisten, dass der Ball unter allen Bedingungen immer das gleiche Gewicht und die gleiche Form hat
  • eine rauere Oberfläche mit kleinen Noppen und tieferen Nähten, die das Flattern verhindern und den Grip und das Ballgefühl verbessern
  • eine Blase aus Latex, die für die gewünschten Sprungeigenschaften sorgt
  • ein höheres Gewicht (der Brazuca ist 14 Gramm schwerer) und damit eine höhere Fluggeschwindigkeit
Die Auslieferung des perfekten Balls

Für den Rest des Sommers wird man überall in Parks oder auf Bolzplätzen Spieler sehen – ob groß oder klein, ob spielerisch begabt oder nicht –, die ihren WM-Idolen nacheifern. Es wird geschätzt, dass vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 bereits über 42 Millionen Fußbälle weltweit ausgeliefert wurden. Sie wurden damit praktisch in jedes Land der Erde versandt. Vom Produktionsbetrieb im Land, das auf Platz 164 der Fußball-Weltrangliste liegt, über den Weltranglisten-Ersten (Spanien) bis zur Nummer 207, den Turks- und Caicosinseln im Atlantischen Ozean.

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Bildquelle: Igor Plotnikov / Shutterstock.com

 

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