SAP HANA Cloud im Hamburger Hafen: HPA baut aus

Das smartPORT-logistics-Team um die Hamburg Port Authority (HPA) und SAP integriert über neue Partner immer mehr Drittdaten in ihre Cloud-Anwendung. Je mehr davon, umso effizienter werden der Verkehr im Hamburger Hafen sowie die Zulieferung von außerhalb.

7200 Hektar groß ist er, 10.000 Schiffe docken jährlich an die Kais an, 9 Millionen Container kommen und gehen, 156.000 Menschen sind hier beschäftigt, arbeiten für Speditionen, im Import-Export etwa von Tee, Kaffee oder Teppichen und bei Reedereien: Bei diesen Zahlen ist schnell klar, dass der Hamburger Hafen eine Schlüsselposition nicht nur in der lokalen Hamburger Wirtschaft spielt, sondern weit darüber hinaus.

150 Prozent Wachstum für Containerumschlag bis 2025 erwartet

Zudem wird er sich in der Zukunft massiv weiter entwickeln. In 2025 erwartet der Leiter des „intermodalen operativen Verkehrsmanagements“ der Hamburg Port Authority (HPA), Sascha Westermann, bereits einen Containerumschlag von 25 Millionen, 16 Millionen mehr als heute. Im nordeuropäischen Vergleich liegt der holländische Hafen von Rotterdam mit etwa 12 Millionen Containern vor Hamburg und Antwerpen (gleichauf), gefolgt von Bremerhaven mit 6 Millionen Stück. In der Entwicklung betrachtet bedeutet das eine Verdopplung des Umschlags gegenüber dem Jahr 2000.

Der Containerumschlag im Hamburger Hafen hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Quelle: HPA, 2014

Der Containerumschlag im Hamburger Hafen hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Quelle: HPA, 2014

Die besondere Herausforderung für den Hamburger Hafen: „Die Fläche ist begrenzt, deshalb müssen wir künftig andere Wege gehen“, erläutert Westermann. Bereits 2011 wurde deshalb die Aquarius-Initiative auf den Weg gebracht. Zusammen mit der Spedition Stapelfeldt Container Logistik, dem Logistiker und Parkplatzbetreiber Hoyer, dem ADAC, dem Implementierungspartner T-Systems und Softwarepartner SAP begann die HPA damit, ein System zu entwickeln, das den Verkehrsfluss im Hafen optimieren soll. Also gewissermaßen mehr Umsatz und Umschlag auf gleicher Fläche möglich macht.

Parkplatzinformationen aus der SAP HANA Cloud direkt aufs Samsung-Tablet

Das heute unter smartPORT logistics bekannte Projekt basiert technologisch auf der SAP HANA Cloud. Informationen der Speditionen und Parkplatzbetreiber hat das Team von T-Systems und SAP längst in die In-Memory-Datenbank von SAP eingespeist und sendet beispielsweise den LKW-Fahrern der Speditionen direkt Informationen über Parkplatzbelegungen auf ihr Samsung-Tablet. Das reduziert Standzeiten, macht Touren besser planbar und vereinfacht die Kommunikation mit und besonders auch für die LKW-Fahrer. Nächster Schritt: Teilnehmer und Informationsquellen erweitern, etwa Slotinformationen zu den Anlegepositionen der Cargoschiffe oder den aktuellen Ablagestellen für Container zur Verfügung stellen und weitere Speditionen, Hafenbetriebe und auch erste Containerterminalbetreiber aufnehmen.

Smart Port 2025: Lotsen, Schiffe, Kraftfahrer, Katastrophenschutz und die nautische Zentrale tauschen in wenigen Jahren ihre Informationen in Echtzeit miteinander aus. Quelle: HPA, 2025

Smart Port 2025: Lotsen, Schiffe, Kraftfahrer, Katastrophenschutz und die nautische Zentrale tauschen in wenigen Jahren ihre Informationen in Echtzeit miteinander aus. Quelle: HPA, 2014

Je mehr Informationen die SAP-Cloud-Anwendung sekündlich verarbeitet, umso besser lässt sich auch die Abwicklung von Waren im Hafen steuern und optimieren. Der HPA-Verkehrsstratege Sascha Westermann möchte alles wissen: Wann sind Brücken zu sperren, um den Weg für die Cargoschiffe freizumachen? Wie kann der Strassenverkehr sinnvoll umgeleitet werden, ohne dass es zu Staus kommt? Wo sind Stellplätze frei? Wie geht man mit notwendigen Baustellen um? Welche Slots sind an den Containerterminals adhoc verfübar?

„Höherer Warendurchsatz das Ziel“ (HPA-Stratege Sascha Westermann)

Die HPA, die ja die Instanz im Hafen ist, die dafür sorgt, dass der Verkehr auf Schienen, Straßen und im Wasser möglichst optimal vonstatten geht, möchte vorrangig „einen höheren Warendurchsatz ermöglichen“, so Westermann, der noch lange kein Ende der Entwicklung sieht: „Viele Stakeholder im Hafen können auf der SAP HANA-Plattform ihre Services aufsetzen“, ist er sich sicher. Aktuell sucht die Smart-Logistics-Initiative rund um Ökosysteme wie den Hamburger Hafen weitere Pilotierungspartner. Das smartPORT-logistics-Team der HPA, dem auf Logistik spezialisierten IT-Dienstleister DAKOSY, Telekommunikationskonzern Deutsche Telekom und SAP bereitet derweilen die „Ausweitung der Anwenderzahlen“ der Cloud-Anwendung vor. Mehr LkW-Fahrer und auch „bewegliche Anlagen“ sollen das System nutzen. Deren Fahrposition und -ziel intelligent verknüpft mit Drittdaten sorgen für noch mehr Informationen. Je mehr davon, umso effizienter wird die Verkehrslage- und Verkehrsflusssteuerung zum und im Hamburger Hafen. Der besondere Vorteil der Cloud-Technologie: Weitere Anwendungen lassen sich unkompliziert anbieten, denn über Web bekommt Softwareneuling HPA einen einfachen Zugang zu smartPORT logistics. Zudem ist es für Betreiber nicht nötig, Serverfarmen für den Betrieb einzusetzen, denn die Services kommen direkt aus der Cloud. Und mit dessen Betrieb hat die HPA nichts zu tun.

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