SAP Innovation Days 2014: Komplexität auflösen

SAP HANA beschleunigt die Datenverarbeitung und -analyse, SAP Fiori schafft eine fortschrittliche User Experience: Das ist hinlänglich bekannt. Doch wie vereinfachen diese neuen Technologien und Denkansätze die IT von Unternehmen in der Praxis? Das zeigen die SAP Innovation Days in Frankfurt.

Picasso hat es vorgemacht: Vier, fünf Striche – und schon gleitet die Friedenstaube schwerelos übers Blatt. Einfacher geht es nicht und doch fehlt auch nichts. Genau dieses Ziel verfolgt auch die SAP mit ihrer Plattformstrategie: Rolf Schumann ist einer der Verfechter der neuen Einfachheit. Auch die diesjährigen SAP Innovation Days stellt der Verantwortliche für die Plattformlösungen der SAP in Mittel- und Osteuropa unter dieses Motto.

Herr Schumann, die CIOs haben genug von der Komplexität ihrer Anwendungslandschaften und doch bekommen sie den Absprung nicht – hinein in mehr Einfachheit …

Neun von zehn IT-Entscheider sehen das Hauptproblem der IT darin, zu komplex zu sein. IT-Landschaften sind über Jahre gewachsen, noch dazu sind die Organisationen oft schwerfällig und träge, was dazu führt, dass auch der Lösungsraum eingeschränkt ist. Kurz gesagt: Vieles ist nicht möglich, weil die Einfachheit fehlt.

„Batch-Läufe waren gestern, wie auch User-Interfaces“

Was hält die CIOs davon ab, an der Situation etwas zu ändern?

Es ist so ähnlich wie der Waldarbeiter, der tagein tagaus Bäume fällt und gar nicht mehr merkt, dass die Säge inzwischen stumpf geworden ist. Auf den Hinweis eines Wanderers, die Säge mal schärfen zu lassen, sagt er nur lapidar: Wann soll ich das denn tun, ich muss den Baum jetzt dringend noch gefällt bekommen. Durch das Tagesgeschäft sind viele IT-Entscheider schlicht mit dem Betrieb ihrer IT beschäftigt und dadurch blockiert, Innovationen im nötigen Maß voranzutreiben.

Rolf Schumann, Senior Vice President, SAP: "Durch das Tagesgeschäft sind viele IT-Entscheider mit dem Betrieb ihrer IT beschäftigt und dadurch blockiert, Innovationen im nötigen Maß voranzutreiben." Foto: SAP

Rolf Schumann, Senior Vice President, SAP: “Durch das Tagesgeschäft sind viele IT-Entscheider mit dem Betrieb ihrer IT beschäftigt und dadurch blockiert, Innovationen im nötigen Maß voranzutreiben.” Foto: SAP

Die SAP Innovation Days richten sich genau an jene, die ihre Blockade auflösen und den nötigen Schritt in Richtung mehr Innovation gehen wollen …

Genau. SAP verfügt ja über entsprechende Lösungen. Sei es die In-Memory-Datenbank SAP HANA, sei es die User Experience von SAP Fiori. Batch-Läufe waren gestern, wie auch veraltete User Interfaces. Und doch sind in vielen Unternehmen noch immer Siloanwendungen zu sehen, bei denen nach einer festgelegten Struktur Daten auf den Festplatten abgelegt und für klassische Anwendungen nur dann hervorgeholt werden, wenn sie gebraucht werden. Dabei ist es heute so, dass das Echtzeit- längst das Batchdenken abgelöst hat. Geht es um große Datenmengen, um Big Data, dann greifen wir heute gleichzeitig auf Informationen aus verschiedenen Quellen zurück. Die nötigen Daten behält sich das System im Speicher von SAP HANA und kann sie so viel schneller verarbeiten. Da steckt ein völlig anderes Datenmodell dahinter.

Predictive Maintenance als Vorsichtsmaßnahme

Auf der Veranstaltung in Frankfurt stellen verschiedene Unternehmen aus der Industrie vor, wie sie trotz des nötigen „Run the business“ auch noch innovativ sind, und genau diese Technologien einsetzen …

So ist es. Ein mittelständischer Maschinenbauer beispielsweise misst die Temperaturen, Drücke und Durchlaufmengen seiner Geräte und kann aus diesen Kennzahlen rückschließen, ob Teile der Maschinen ausgetauscht werden müssen. Während der Wartung bekommt der Servicemitarbeiter dann gleich eine Nachricht mit, ob und wenn ja welche Teile gleich mit ausgetauscht werden sollten. „Predictive Maintenance“ ist eine Vorsichtsmaßnahme, die verhindern soll, dass Maschinen ausfallen.

Nicht nur in Vorbereitung auf Industrie 4.0 spielen Innovationen eine große Rolle, auch im Controlling

In diversen Branchen. Das wird auch eine der Kernbotschaften der SAP Innovation Days sein. Nehmen Sie die Finanzbereiche in den Unternehmen. So haben wir etwa im Finanzbereich des Schokofabrikanten Ferrero im ersten Schritt den „COPA-Accelerator“ eingeführt. Ergebnis: Beschleunigung komplexer Auswertungen von 16 Stunden auf 16 Minuten. Ferrero plant die Fortsetzung der Strategie „Finance on HANA“. Die Lösung macht es möglich, auf Zwischensummen komplett zu verzichten. Belege fließen automatisch ins System ein und können direkt ausgewertet werden. Das ist für ein Unternehmen mit diversen Buchungskreisen, landesspezifischen Regularien und Standorten in vielen Ländern weltweit ein riesiger Fortschritt. Wir werden nun – und das wird Christoph Behrendt in seinem Beitrag über die Innovation Roadmap erläutern – als Nächstes das Inventory Management mit entsprechenden Ansätzen angehen. Ein sehr spannendes Feld.

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