Cloud: Das Business in 2020

Millennials zeigen heute schon, wie das Geschäftsleben 2020 aussehen wird, meint SAP-Cloud-Stratege Bert Schulze. Die Cloud ist der Kitt für die Top-Trends Big Data, Industrie 4.0 und die Digitale Transformation.

Schon auf der Computermesse CeBIT in Hannover zeigte Bert Schulze, was für ihn die Business-Welt 2020 bedeutet. In Orlando nun, auf der SAPPHIRE NOW, geht der Cloud-Experte im Rahmen des Cloud in 2020 Forums noch einen Schritt weiter – mithilfe von zwei Millennials, für die die Cloud bereits Realität ist.

Effizienter werden durch Zusammenarbeit, Taxifahrten per mobile Payment begleichen: Nichts ist heute normaler für Millennials wie Amira Pollack. Die Herausforderung sei eher, Cloud-lose Umgebungen in den Griff zu bekommen, meint sie. Als Amira Polacks Wohnung in Südafrika aufgebrochen wurde, verschwanden mit ihrem MAC nicht nur ein Rechner, sondern auch alle Fotos, Musik, Videos, die Arbeiten für die Uni. „Es kann riskanter sein, nicht auf die Cloud zu setzen“, resümiert die heutige SAP-Mitarbeiterin für Corporate Social Responsibility in Palo Alto zu der Zeit, als die Dropbox noch nicht so gängig war wie heute. Facebook und Gmail haben sie immerhin ein wenig gerettet, meint Polack nach dem Zwischenfall.

Die drei Business-Themen der Zukunft

Für Bert Schulze ist Amira Polack, die neben dem IT-Business-Studenten Ben Christensen auch auf der Bühne der SAPPHIRE NOW in Orlando die Millennials repräsentiert, die personifizierte Zukunft. Im Jahr 2020, da ist sich der Wirtschaftsingenieur sicher, werden drei Themenkomplexe das Business stark beschäftigen:

  1. Big Data: Die zielgenaue Analyse von Bergen an Daten nimmt an Relevanz zu. Beispiel Online-Spiele. Waren bis vor Kurzem noch fünf Stunden nötig, um dem Spieler mitten im Spiel Battlestar Galactica den entscheidenden Tipp zu geben, um den nächsten Level zu erreichen, geht das heute adhoc. Der Einsatz von SAP HANA beim Spielehersteller Big Point macht das möglich. „Die Umsatzmöglichkeiten durch diesen Service kann man sich selbst ausrechnen“, kommentiert Bert Schulze.
  2. Industrie 4.0: Anwendungen und Geräte werden in stärkerem Maße miteinander sprechen. Gute aktuelle Beispiele kommen aus dem Bereich der Energiemessung. So genannte Smart Meter sind heute bereits über die Cloud konnektiert, gesteuert von zentralen Systemen. Verbrauchswerte fließen automatisch aus den Haushalten in die Rechner von Techem, Brunata und Co. Weiteres Beispiel: Der Landmaschinenhersteller John Deere, der etwa für die Düngung seiner Äcker diverse externe Faktoren automatisch miteinbeziehen kann, etwa die aktuellen Wetterbedingungen, die Art der Pflanzen, die gesät werden, die Position des Feldes. „Networked Economy“, nennt das SAP-Manager Schulze.
  3. Digitale Transformation: Zu viele Unternehmen setzen weiterhin auf die Prozesse, die sie aus der analogen Welt kennen und passen diese der digitalen an. „Die Transformation ist damit noch nicht gemacht“, so Schulze. In der Zukunft werden Unternehmen andersherum denken, und zwar ihre Geschäftsmodelle an die neuen Prozesse anpassen, die sich aus der digitalen Welt ergeben. Sehr plakativ ist das Beispiel des Druckluftsystemanbieters Kaeser Kompressoren. Das Coburger Unternehmen verkauft keine kompletten Anlagen mehr, sondern „Flatrates für Luft“. Je nachdem, wie viel Kubikmeter komprimierte Luft ein Unternehmen benötigt, umso mehr bezahlt das Unternehmen. Fällt die Anlage aus, setzt Kaeser das Gerät wieder instand. Der Kunde hat damit nichts zu tun. Dahinter steckt die Idee der „Simplifizierung von Services“, erläutert Schulze: „Ob 5000 Liter Kaffee bei Nestlé oder die Bestellung eines Buchs bei Amazon – es muss einfach funktionieren.“
Fortune 500: Nur die innovativsten Unternehmen halten sich

Bis diese drei Trends die Arbeitswelt von morgen beherrschen, wird es – so die Rechnung von Schulze – 5 Milliarden Menschen im Mittelstand geben und 50 Milliarden webbasierte Endgeräte (2014 rund 15 Milliarden). Die Ressourcenbeschaffung wird, so die These von SAP, über den Erfolg von Unternehmen entscheiden. Smartphone-Hersteller HTC, Apple und Samsung werden Silicium für ihre Chips beschaffen müssen, und zwar in den kommenden Jahren dreimal so viel wie bisher. Nicht alle Unternehmen werden dem Effizienzdruck gewachsen sein. Ein Blick auf die Liste der heutigen Fortune-500-Unternehmen zeigt: Mehr als die Hälfte dieser Unternehmen gab es 2000 in diesem Index noch nicht, sie haben sich durch innovativere Produkte und Services erfolgreich behauptet.

Effizienz wiederum ist einer der wichtigen Argumente von Millennial Ben Christensen: „Meine persönliche Cloud-Erfahrung wurde nötig, weil ich einfach etwas dagegen hatte, dass ich und mein Team langsam vorankommen. Zeit ist die einzige Ressource, die nicht multiplizierbar ist. Deshalb ist Effizienz der Schlüssel“. Und flexibel muss die Arbeitsumgebung natürlich auch sein: „Wir hosten unsere Meetings auf Cloud-Connect, arbeiten auf SAP Jam an den Texten für unsere Kampagnen, nutzen Microblogging in Online-Communities … wo auch immer wir sind“, so Amira Polack, die heute schon ein wenig in der Zukunft von 2020 unterwegs ist.

Weitere Informationen:

Die Agenda zu Cloud in 2020 auf der SAPPHIRE NOW in Orlando

Interviews mit den Millenials Amira Polack und Ben Christensen auf SCN

Blog-Beitrag von Bert Schulze: How to engage Millenials

 

 

Kommentare

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>