Nur Beamen ist schneller

 Besucher der SAP TechEd im Amsterdam. (Foto: SAP)

Besucher der SAP TechEd im Amsterdam. (Foto: SAP)

Im Mittelpunkt der SAP TechEd in Amsterdam stand einmal wieder SAP HANA und das Versprechen, Anwendungsentwicklung leichter zu machen.

Unter dem Motto „Code enables freedom“ eröffnete Bernd Leukert, Mitglied des SAP Global Managing Board und Leiter Application Innovation, die SAP TechEd in Amsterdam. „Freiheit ist einer der Grundpfeiler, die Menschen zu Innovation befähigen. Und die Technologie gibt uns diese Freiheit, miteinander zu kommunizieren und Wissen zu teilen.“ Vor diesem Hintergrund sei das liberale und tolerante Amsterdam der perfekte Ort, an dem die Entwicklergemeinde der SAP erfahre, wie auch SAP HANA ihnen mehr Freiheit verschaffen könne, meinte Leukert und konkretisierte: „Sie haben die Freiheit, auf der Plattform eigene Anwendungen zu entwickeln oder bestehende anzupassen.“

Und noch einen weiteren Zusammenhang zu den Niederlanden stellte Leukert her: Schon Van Gogh nutzte eine Maltechnik, bei der der Betrachter erst von der Ferne das gesamte Bild erfassen konnte. Genauso wie der verkannte holländische Künstler Punkte zu einem Ganzen zusammenfügte, sei in der Datenmenge zunächst kein Zusammenhang zu erkennen. Wenn man diese aber mit Hilfe von Big Data zu einem Gesamtbild zusammenfüge, erkenne man erst die wahre Bedeutung.

SAP HANA im Vergleich: Flug von Las Vegas nach Amsterdam in 30 Sekunden

Um den Geschwindigkeitsgewinn zu verdeutlichen, den eine Technologie wie SAP HANA bei der Datenanalyse bewirken könne, rechnete Leukert vor, dass sein Flug von der US-TechEd in Las Vegas zur TechEd in Amsterdam vergleichsweise 30 Sekunden dauern würde. Damit das klappt, müsste allerdings noch jemand das Beamen erfinden.

Klar ist aber schon heute, dass SAP HANA als Plattform die Grundlage für alle SAP-Anwendungen sein wird. (Mehr dazu: SAP TechEd Keynote von Vishal  Sikka)

Lesen Sie auf der nächsten Seite: SAP spart 400 Stunden beim Finanz-Hauptabschluss

Foto: SAP

Bernd Leukert zieht Parallelen zu Vincent van Gogh. (Foto: SAP)

Was SAP HANA einem Unternehmen wirklich bringt, erläuterte Helen Arnold, die für die Initiative „SAP runs SAP“ verantwortlich ist, am Beispiel der SAP: „All unsere Kernkomponenten – ERP, CRM, BW – laufen mittlerweile auf SAP HANA und werden von über 65.000 Usern genutzt.“ Beim Finanz-Hauptabschluss habe die SAP so rund 400 Stunden Verarbeitungszeit eingespart. Möglich mache das der Echtzeit-Prozess, der die Batch-Verarbeitung ablöse und so etwa den internen Konzernausgleich enorm beschleunige, der rund 70.000 Transaktionen umfasst. Der SAP HANA Accelerator for COPA sorge dafür, dass kein Manager mehr auf BW-Reports warten müsse: Rund 86 Prozent schneller sei die Kostenanalyse so geworden.

Mehr Einfachheit und Klarheit bei Anwendungen bringe die neue User Experience von SAP Fiori, berichtete Leukert und betonte: „SAP Fiori ist kein zweites Enjoy.“  SAP Fiori gehöre vielmehr zur Usability-Strategie der SAP, die den Kunden eine einfache, einheitliche Bedienung der Anwendungen auf Desktop-Computern ebenso wie auf Mobilgeräten ermöglichen soll. Es wurde in der SAP-eigenen Version von HTML5 (SAPUI5) entwickelt.  Im Zusammenspiel mit SAP HANA ermöglicht das völlig neue Möglichkeiten. Anwendungen werden dank der Plattform vereinfacht, die Arbeit der Entwickler wird erleichtert: Sie müssen Daten beispielsweise nicht immer wieder in verschiedenen Systemen replizieren.

Community mit 20.000 Entwicklern für SAP HANA

Michael Reh, SAP Business Information Technology,  hatte die Zahlen zu SAP HANA dazu bereit: 2280 Kunden und 1300 Implementierungen, 20.000 HANA-Entwickler in der Community und 3000 zertifizierte Berater. Und mit SAP HANA Service Pack 7, das ab November verfügbar sein wird, macht SAP die Plattform noch attraktiver. Auf der Cloud-Lern-Plattform SAP HANA Academy können Entwickler sich ein Bild von den Vorteilen machen.

Björn Görke, neuer CIO der SAP, erinnerte zum Schluss: „Mit der SAP HANA Enterprise Cloud erleichtern wir unseren Kunden den Einstieg in die SAP-HANA-Welt.“ Wer das nicht glaube, könne die BW-Testversion ausprobieren oder sich eine Live-Datenmigration mit eigenen Unternehmensdaten vorführen lassen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie sich Predictive Analysis und Augmented Reality ergänzen

Mit SAP HANA spart SAP beim Finanz-Hauptabschluss 400 Stunden, berichtete Helen Arnold. (Foto: SAP)

Unter www.factbook.saphana.com finden sich zahlreiche Beispiele für den Geschäftsnutzen von SAP HANA. Einige wurden auf der SAP TechEd in Amsterdam gezeigt, darunter auch innovative Einsatzszenarien in Kombination mit Augmented Reality:

Ein bekanntes ist das Kommissionierungsszenario beim E-Commerce-Händler Bechtle: Ein Lagerarbeiter trägt eine Datenbrille und liest mit ihr die Kennungen auf Waren ein, indem er seinen Blick auf ein Paket gerichtet hält. Um eine Bestellung aus mehreren Artikeln zusammenzustellen, braucht er keine papierne Packliste mehr. Über einen Knopf im Ohr lotst ihn eine Stimme durch die Halle von Regal zu Regal. Vor dem richtigen Fach angekommen, weist ihn die Stimme an, welches Produkt er in welcher Anzahl aufzuladen hat. Gerät der Wagen auf Kollisionskurs mit einem Kollegen, zeigt das Display seiner Datenbrille eine Warnmeldung, um den Zusammenprall zu verhindern.

SAP TechEd zeigt Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality

Thorsten Stephan, SAP Application Innovation, erläutert: „Augmented-Reality-Anwendungen wie SAP Visual Enterprise gibt es schon eine Weile, aber mit der SAP HANA Enterprise Cloud haben wir nun Zugriff auf alle relevanten Daten und können diese in Echtzeit verarbeiten – auch mobil beim Kunden.“

Denn die Datenbrille, die dank Google Glass derzeit in aller Munde ist, ist etwa beim Kundenservice gar nicht nötig. Via Tablet kann ein Service-Mitarbeiter beispielsweise in einer Anlage beim Kunden die Maschinen scannen und mit der Datenbank abgleichen. Hier erfährt er nicht nur, wenn ein Maschinenteil kaputt ist, er wird bereits gewarnt, wenn ein Bauteil Gefahr läuft, in der nächsten Zeit kaputt zu gehen. Möglich wird das durch die Verknüpfung mit Predictive Analysis. Wie die Reparatur dann durchzuführen ist, zeigt eine 3-D-Visualisierung der Maschine, die sich je nach Perspektive des Betrachters in Echtzeit anpasst. Und hier kommt wieder die Datenbrille ins Spiel: Der Mitarbeiter kann sich die Bauanleitung auf die Datenbrille laden und hat so die Hände zum Arbeiten frei.

Kommentare

You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>