Das kann Visual Intelligence

Foto: fotolia.com

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Das neue BI Tool ist seit knapp drei Monaten erhältlich und hatte bereits zwei Updates. Mindestens zwei sind für dieses Jahr noch vorgesehen. Hier finden Sie, was man unbedingt über SAP Visual Intelligence wissen sollte.

Wenn ein neues Produkt auf den Markt kommt, wollen die Verbraucher als erstes wissen, was die neue Version von dem alten unterscheidet. Lohnt es sich überhaupt Zeit, Aufwand und Geld darin zu investieren? Wenn es um neue Software geht, fragen sich Firmen dasselbe. So wie zur neuen Ergänzung der BI-Suite SAP Visual Intelligence.

Das Tool wurde Ende Mai eingeführt, um SAP’s  SAP BusinessObjects Explorer zu komplimentieren – aber nicht ersetzen. Auf den ersten Blick sind sich die beiden BI-Produkte sehr ähnlich. Bei beiden geht es um Datensuche und Reporting. Beide Themen haben eine starke Fokussierung auf benutzerfreundliche Grafiken. Aber wo genau liegt der Unterschied?

Um das herauszufinden, fragten wir Pierre Leroux, Director Solution Marketing für SAP’s BI-Portfolio. Leroux arbeitet speziell in der Abteilung für Datensuche von BI, welches SAP BusinessObjects Explorer und jetzt SAP Visual Intelligence beinhaltet. Hier die fünf wichtigsten Merkmale von Visual intelligence und BusinessObjects Explorer.

  1. Datenbeschaffung von Excel, ERP und HANA
  2. Datenumwandlung – „der Rohdiamant“
  3. Do-It-Yourself-Grafiken
  4. Mobile Verbindung für ein Desktop Tool
  5. Entwicklungsplan der Features

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1. Datenbeschaffung von Excel, ERP und HANA

Der erste Punkt in dem sich SAP Visual Intelligence und SAP BusinessObjects Explorer voneinander unterscheiden ist die Datenbeschaffung. „Im Explorer konnte man nur an Daten gelangen,  die zuvor von IT in einem Universe- oder In-Memory-Gerät veröffentlicht wurden“, erklärt Leroux. „Mit Visual Intelligence ist man nicht so eingeschränkt.“

Die Software ermöglicht eine Verbindung zu einer persönlichen Datenquelle, wie etwa Exceltabellen, sowie zu betrieblichen Datenquellen wie ERP-bezogene Datenbanken. Außerdem kann man sich auch mit SAP HANA verknüpfen und riesige Datenmengen analysieren, ohne diese erst beschaffen zu müssen. Einfach ausgedrückt heißt das: der Nutzer kann eine größere Anzahl an Daten auswerten.

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Ein Beispiel für DIY-Grafiken in SAP Visual Intelligence (Screenshot: Produktdemo, YouTube)

2. Datenumwandlung – „der Rohdiamant“

Nachdem die Nutzer ihre benötigten Daten beschaffen haben, werden sie diese in einem analytischen Bericht einbinden wollen.  Jedoch sind die Daten, wie sie in Excel oder in der ERP-Datenbank vorliegen, möglicherweise nicht für die vorgesehene Analyse geeignet. Sie müssen erst umgewandelt werden. Dieses ist eine entscheidende Eigenschaft von SAP Visual Intelligence.

Leroux gibt ein Beispiel: „Nehmen wir an, man möchte einen Bericht über den Einzelhandelsumsatz verfassen. Man hat Daten aus fünf Kategorien – Wal-Mart, Warenhäuser, kleinere Nachbarschaftsläden und Lokalgeschäfte. Über die letzten zwei Kategorien benötigt man aber nicht wirklich ausführliche Berichte. Also verbindet man sie – zu ‚kleine Filialen‘- um sie weniger relevant zu machen. Mit Visual Intelligence ist das eine Sache von ein paar Sekunden“, sagt er.  „Mit Explorer würde man das nicht mal in Erwägung ziehen.“

Die Möglichkeiten der Datenumwandlung bei Visual Intelligence sind mit den erweiterten Reportingfunktionalitäten von Excel vergleichbar. Der Hauptunterschied liegt aber darin, dass der Nutzer keine besonderen Fachkenntnisse benötigt um die gleichen Ergebnisse bei Visual Intelligence zu erzielen. Das liegt daran, dass die SAP Software automatisch Änderungen vorschlägt.

„Alle reden über die großartige Veranschaulichung bei Explorer und Visual Intelligence, aber ich glaube dass Datenumwandlung der wirkliche Rohdiamant ist,“ sagt Leroux.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Do-It-Yourself-Grafiken

Ziehen Sie einfach die Schlüsseldaten via Drag and Drop in das entsprechende Eingabefeld auf der linken Seite (Screenshot: Produktdemo, YouTube)

3. Do-It-Yourself-Grafiken

Der dritte Hauptunterschied zwischen SAP Visual Intelligence und BusinessObjects Explorer liegt in der Veranschaulichung. Bei SAP BusinessObjects Explorer werden die Grafiken automatisch erstellt. Bei Visual Intelligence muss man sie hingegen selbst bauen. Auf der einen Seite ermöglicht das eine bessere Fokussierung der Grafiken – die Nutzer können die gewünschte Veranschaulichung genauer bestimmen. Andererseits erfordert es auch mehr Know-How.

„Es ist nicht so schwer“, sagt Leroux. „Die Software übernimmt die meiste Arbeit für den Nutzer. Es ist aber dennoch  nicht so einfach wie bei Explorer, wo man nur per Mausklick eine Visualisierung bekommt.“ Das kommt allerdings weniger überraschend, denn Visual Intelligence ist schon seit Anfang an kleinere, etwas fortgeschnittenere Gruppen von analytischen Nutzern gerichtet als Business Objects Explorer.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Mobile Verbindung für ein Destop Tool

Daten im geografischen Kontext (Screenshot: Produktdemo, YouTube)

4. Mobile Verbindung für ein Desktop Tool

Mit über einer Viertelmillion Downloads im iTunes Store ist SAP BusinessObjects Explorer SAPs beliebtestes mobiles Angebot. Warum hat also SAP Visual Intelligence als Desktop Tool eingeführt? Widerspricht es nicht der mobile-first-Strategie der Firma? So wie Leroux es erläutert, gehört es alles zu der ergänzenden Arbeitsweise von Visual Intelligence und Business Objects Explorer.

Der Workflow sieht folgendermaßen aus: Die fortgeschrittenen Nutzer von Visual Intelligence beschaffen sich die nötigen Daten, wandeln sie für die Berichte um und erstellen entsprechende Visualisierungen. Dann können sie ihre Analysen auf der BI Plattform in Form von „information spaces“ veröffentlichen und sie für andere BI Nutzer zugänglich machen – per iPad, iPhone, oder Webbrowser.

Obwohl Visual Intelligence aus eigener Kraft nicht mobil ist, können die Nutzer über ihre mobilen Endgeräte auf die Visualisierungen zugreifen. Diese Funktionsweise wird ab dem Herbst verfügbar sein.

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5. Entwicklungsplan der Features

Die Erstveröffentlichung von SAP Visual Intelligence fand im Mai statt und ermöglichte den Nutzern eine Verbindung zu HANA Datenquellen. „Obwohl es eine tolle Neuigkeit für unsere HANA Kunden war“, sagt Leroux, „konnte der Großteil der Kunden Visual Intelligence nicht ausprobieren. Deshalb haben wir direkt im Juni und Juli gleich zwei neue Versionen veröffentlicht.“ Diese Updates ermöglichten Visual Intelligence Nutzern eine Verknüpfung mit persönlichen Datenquellen beziehungsweise mit betrieblichen Datenquellen.

Die nächste Version, geplant für September, wird die Konnektivität mit den BusinessObjects-Universen beinhalten. „Das ist besonders für unsere derzeitigen BusinessObjects Kunden wichtig,“ erklärt Leroux. Erstens, weil sie einiges darin investiert haben um ihre Universen in den letzten Jahren zu bauen, und ohne Konnektivität können sie keine Datensuche mit Visual Intelligence durchführen. Und zum Zweiten, weil Nutzer dann dadurch über ihre mobilen Endgeräte auf die Visualisierungen zugreifen können.“

Zum Ende des Jahres wird sich ein weiteres Update auf die expandierte Sprachunterstützung konzentrieren. Zurzeit ist Visual Intelligence nur auf Englisch verfügbar, aber es gibt Pläne für bis zu zehn Sprachversionen vor 2013.

„Es ist eine Art Updates durchzuführen so wie es Entwickler für ihr iPhones und iPad Apps machen“, sagt Leroux über den beschleunigten Veröffentlichungsplan. „Wenn wir etwas Neues und Interessantes zur Verfügung haben, bringen wir es sofort raus. Wir wollen unsere Nutzer nicht monatelang warten lassen.“

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